Crush Up Pavillon - Recycling institutseigener Abfälle.

Projektbezeichnung: Crush Up Pavillon - Recycling institutseigener Abfälle.
Firma/ Institution: Technische Universität Berlin
Kategorie: Kategorie A
Jahr: 2026
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf

Crush Up Pavillon - Recycling institutseigener Abfälle.

 

Die Bauindustrie gehört weltweit zu den größten Verursachern umweltschädlicher CO₂-Emissionen. Da wir als Lehrende die zukünftigen Architektengenerationen für dieses Thema sensibilisieren müssen, möchten wir im Rahmen des Kurses Wege zu nachhaltigem und umweltfreundlichem Entwerfen aufzeigen. Veränderung beginnt im Kleinen, und genau dort wollen wir ansetzen.

Unsere Forschungsfrage lautete: Wie lässt sich der Abfall unseres eigenen Instituts für Architektur an der Technischen Universität Berlin wiederverwerten? Anders ausgedrückt: Was tun mit den Tausenden von Modellen, die wir jedes Jahr produzieren und entsorgen?

Ideen auf meterlangen Skizzenrollen, Berge von Volumenstudien aus Karton und unzählige Präsentationsmodelle, die am Ende des Semesters im Müllcontainer unseres Instituts für Architektur an der Technischen Universität Berlin landen: Wir glauben an das Potenzial dieser sonst ungenutzten Ressourcen und haben ein Verfahren zur Wiederverwertung unseres eigenen Abfalls entwickelt, das jedes Semester am Institut für Architektur zum Einsatz kommt.

Nach 18 Monaten, der Beteiligung von 80 Studierenden, unserem gesamten Lehrpersonal, dem Fablab und der Modellwerkstatt der TU Berlin sowie einem von der STO Stiftung finanzierten Forschungsprojekt konnte der Crush Up Pavilion in der CoLab Factory erfolgreich für die Jahresausstellung unseres Instituts für Architektur fertiggestellt werden.

Diese Konstruktion stellte nicht nur eine intellektuelle und technische Herausforderung für Studierende und Lehrende dar, sondern bot auch die Gelegenheit, ein Artefakt – ein Manifest unseres Umweltbewusstseins – zu präsentieren. Ziel dieses Projekts ist es, die Kluft zwischen der theoretischen Ausbildung an der Universität und der Praxis zu überbrücken und gleichzeitig unsere Verantwortung als Planer aufzuzeigen.

 

Bauprozess

Wir organisierten eine Sammelaktion, an der alle Fachbereiche unseres Instituts für Architektur über drei Semester hinweg beteiligt waren. Wir zerkleinerten den Bauschutt und lagerten ihn bis zum Einsatz.

Parallel dazu entwarfen wir den Pavillon gemeinsam mit Studierenden über drei Semester hinweg.

Jeder der 210 Blöcke des Pavillons wurde aus diesem zerkleinerten Abfall hergestellt, indem das Material mit Wasser und 1 % organischer Paste (Kleister) vermischt wurde. Anschließend wurde der Block in eine Schalung gegeben und eine Stunde lang gepresst. Der nasse Block trocknete drei Wochen lang auf einem Regal in einem gut belüfteten Raum. Diese Phase dauerte zwei Monate und wurde in Zusammenarbeit mit Studierenden durchgeführt.

 

3 Aufbauten: 2022 – 2023 – 2024

Die erste Aufbauphase fand vier Tage vor der Jahresausstellung am 22. Juli 2022 an der TU Berlin statt. Ein Teil der Veranstaltung wurde im Foyer der TU Berlin ausgerichtet.

Der zweite Aufbau des Crush Up Pavillons fand auf dem Klimafestival, der Bundesmesse für die Bauwirtschaft, statt, die 2023 in Berlin veranstaltet wurde. Die Ausstellung fand am 23. und 24. November 2023 statt.

 

Der dritte Aufbau erfolgte auf der IfA-Jahresausstellung 2024 am 19. Juli 2024. Geplant ist, den Pavillon als Manifest der Kreislaufwirtschaft auch in Zukunft auf Veranstaltungen zu präsentieren und ihn schließlich zu recyceln.

 

Nachhaltigkeitsaspekte

Dieses Produkt weist im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren eine geringere CO₂-Bilanz auf, da unser Material aus Abfällen besteht, die direkt vor Ort bei der Herstellung und dem Bau anfallen. Für die Fertigung waren keine zusätzlichen Materialien oder Transportenergie erforderlich.

Das Material kann, wie in diesem Pavillon gezeigt, statische Eigenschaften aufweisen und gleichzeitig die Dämmwirkung herkömmlicher Fassaden verbessern.

Der Pavillon wurde demontiert und für zukünftige Ausstellungen eingelagert. Nach Abschluss seines Lebenszyklus wird er direkt in die blauen Abfallcontainer gebracht, wo dieses Material erneut recycelt werden kann. Somit ist sein CO₂-Fußabdruck auf null reduziert.

Insgesamt wurden 210 Blöcke mit jeweils etwa 4 kg Masse verwendet, was einer Gesamtmasse von 840 kg entspricht.

Diese Schätzung ergibt einen CO₂-Fußabdruck des aus Abfallmaterialien errichteten Pavillons von etwa 81 bis 121 kg CO₂-Äquivalent. Bezogen auf die Grundfläche des Bauwerks liegt dieser Wert bei etwa 2,9 bis 4,3 kg CO₂e/m², was für ein experimentelles Architekturprojekt als sehr gering einzustufen ist.

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CoLab (Technische Universität Berlin)
Crush up Pavillon (TU Berlin) at Klimafestival Berlin
CoLab (Technische Universität Berlin)
Crush up Pavillon (TU Berlin) at IfA Ausstellung Berlin
CoLab (Technische Universität Berlin)
Crush up Pavillon (TU Berlin) - Herstellung
CoLab (Technische Universität Berlin)
Crush up Pavillon (TU Berlin) at IfA Ausstellung Berlin
CoLab (Technische Universität Berlin)
Crush up Pavillon (TU Berlin) at IfA Ausstellung Berlin