Grüne Route durch Berlin
| Projektbezeichnung: | Grüne Route durch Berlin |
| Firma/ Institution: | InfraLab Berlin e.V. |
| Kategorie: | Kategorie A |
| Jahr: | 2026 |
| Bezirk: | Lichtenberg |
Rund 44 % der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland sind versiegelt – mit gravierenden Folgen für Stadtklima, Wasserhaushalt und Biodiversität. Im InfraLab Berlin e.V. begegnen die landeseigenen Infrastrukturunternehmen BEW, BSR, Berliner Wasserbetriebe, Stromnetz Berlin, BVG und GASAG dieser Herausforderung gemeinsam in der Arbeitsgruppe Biodiversität mit dem InfraLab-Projekt „Grüne Route durch Berlin“.
Ziel ist es, versiegelte oder ökologisch wenig wirksame Betriebsflächen systematisch aufzuwerten und in klimaaktive, vernetzte Standorte zu transformieren. Durch Entsiegelung, klimaresiliente Bepflanzung und strukturreiche Grünflächen entstehen Trittsteine einer klimaangepassten Stadtentwicklung. Der Fokus liegt bewusst auf den Ausbildungszentren der Unternehmen – als Orte des Lernens und der praktischen Umsetzung von Klimaschutz und Klimaanpassung.
Bereits umgesetzt wurde das Projekt bei Standorten der BEW, Stromnetz Berlin, den Berliner Wasserbetrieben, der BSR – und als Kooperation gemeinsam an einem Standort bei der Alten Münze. Dort entstanden grüne Inseln mit Hochbeeten und artenreichen Pflanzungen aus Wildstauden, Rosen, Frühblühern, Sträuchern und Bäumen. Allein am Ausbildungscampus der Berliner Wasserbetriebe setzten Auszubildende 400 Pflanzen aus 18 verschiedenen Arten. Die Vegetation verbessert die Verdunstungskühlung, spendet Schatten, bindet CO₂ und trägt zur Stabilisierung des Mikroklimas bei. Ergänzt werden die Flächen durch Totholzelemente als zusätzliche Lebensräume für Insekten und zur ökologischen Aufwertung.
Ein innovatives Element ist die intelligente Verknüpfung von naturbasierter Klimaanpassung und erneuerbarer Energie: Am Ausbildungsstandort der Berliner Wasserbetriebe ermöglichen Regenwassertonnen, gespeist über eine Photovoltaikanlage mit Speicher und Pumpe, eine ressourcenschonende Bewässerung. Dadurch wird Trinkwasser eingespart und erneuerbare Energie direkt vor Ort genutzt – ein Beispiel für die Kombination baulicher und technologischer Klimaschutzmaßnahmen.
Dabei geht die „Grüne Route“ deutlich über gesetzliche Anforderungen hinaus. Sie zeigt, wie die InfraLab-Mitglieder ihre eigenen Flächen freiwillig und systematisch in klimaaktive Infrastrukturelemente transformieren. Die modulare Struktur ermöglicht eine schrittweise Erweiterung auf weitere Standorte und macht das Projekt übertragbar auf andere Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Bildungseinrichtungen. Als nächstes wächst die Grüne Route an Standorten der GASAG und BVG.
Die Auszubildenden sind dabei nicht nur Teilnehmende, sondern Mitgestaltende. Sie erwerben praxisnahe Kompetenzen in nachhaltiger Flächengestaltung, Klimaanpassung und Ressourcenschonung. Klimaschutz wird so strukturell in die Ausbildung integriert und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verankert.
Die InfraLab-„Grüne Route durch Berlin“ verbindet naturbasierte Lösungen, erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz und Bildungsarbeit zu einem ganzheitlichen Ansatz für eine klimaresiliente Stadt – praxisnah, kooperativ und zukunftsorientiert.
Fotos: Aqua Campus - Sven Bock / Berlin Wasserbetriebe
Fotos: Alte Münze & Ausbildungszentrim SNB und BEW: Lei Seidel