Massivholzhaus Haeckelstraße

Projektbezeichnung: Massivholzhaus Haeckelstraße
Firma/ Institution: Deimel Oelschläger Architekten GmbH
Kategorie: Kategorie A
Jahr: 2026
Bezirk: Treptow-Köpenick

Das nachhaltige Konzept für das Mehrfamilienhaus in Holzmassivbauweise überzeugte im Jahr 2021 in einem Konzeptverfahren der BIM Berliner Immobiliengesellschaft und die Baugruppe erhielt den Zuschlag für das Grundstück im Erbbaurecht.

Das besondere ökologische Konzept zeichnet sich durch die weitgehende Verwendung des Baustoffs Holz aus, sowohl in der tragendenden Struktur als auch in der Fassade. Die Reduktion des CO₂-Ausstoßes über den gesamten Lebenszyklus wird durch den Energiestandard KfW 55 sowie durch den auf eine Bodenplatte ohne Keller reduzierten Betonanteil erreicht.

Auf dem ca. 588 m² großen Grundstück entstand ein dreigeschossiges Vorderhaus mit ausgebautem Dach sowie ein eingeschossiges Gartenhaus mit Nebenflächen und ein großzügiger Gemeinschaftsgarten. Das Vorderhaus schließt an die Brandwand an und setzt die vorhandene Bauflucht fort. Das außenliegende Treppenhaus aus Stahl in der Südseite erschließt die Obergeschosse und ermöglicht gleichzeitig Kosteneinsparungen.

Die 5 Wohnungen bestehen aus zwei Eigentumswohnungen und drei Mietwohnungen, zwei davon sind sozial geförderte Wohnungen. Insgesamt werden ca. 422 m2 Nutzfläche erstellt, davon 34 m² als Abstell- und Nebenräume im Hinterhaus. Die Wohnfläche beträgt 385 m2.

Im Erdgeschoss befinden sich die zwei sozialförderungsfähigen und barrierefreien Wohnungen, die von der Straßenseite über einen Vorgarten zugänglich sind. Auf der Gartenseite erhalten die durchgestreckten Wohnungen vorgelagerte Wintergärten in Stahlkonstruktion, die als flexible Wohnraumerweiterung dienen. 

Konstruktive Bauteile wie Außenwände, Decken und Träger werden in Holzbauweise ausgeführt. Die Außenwände werden als tragende Massivholzwände aus vorgefertigten Tafelelementen erstellt. Nach innen sind die Holzelemente nicht verkleidet verbaut mit sichtbarer Holzoberfläche. Nach Außen erhalten sie eine zusätzliche Dämmung und eine Holzverkleidung aus unbehandelten Lärchenholz. Auf dem Schrägdach, die ebenfalls mit tragenden Brettsperrholzelemente durchgeführt wurde, wurde die Holzverkleidung weitergeführt, so dass Fassade und Schrägdach eine einheitliche Außenhülle und Erscheinungsbild erhalten.

Die Gebäudeabschlusswand wurde ebenfalls aus Holz gebaut und mit einer Brandschutzbekleidung vorgesehen. Die Brettsperrholzelemente sind größtenteils von innen sichtbar, während die Holzverschalung von außen repräsentativ für das Gebäude ist. Die Materialität trägt zur Verstärkung des Konzepts bei.

Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Wärmepumpe, die im Nebengebäude untergebracht ist. Die Wohnungen sind mit Niedertemperatur-Fußbodenheizung ausgestattet, die Warmwasserbereitung erfolgt über Wohnungsstationen. Auf dem begrünten Flachdach ist eine Photovoltaikanlage installiert; ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch. Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt und zur Gartenbewässerung genutzt.


Das Projekt zeigt, wie durch eine konsequent holzbasierte Bauweise, einfache konstruktive Entscheidungen und eine auf Suffizienz und Eigenversorgung ausgerichtete Haustechnik ein zukunftsfähiges, klimabewusstes und sozial ausgewogenes Wohnhaus entstehen kann. Die Verbindung von reduzierter Materialwahl, erneuerbarer Energie und gemeinschaftlich nutzbaren Freiräumen macht das Gebäude zu einem überzeugenden Modell für nachhaltigen urbanen Wohnungsbau.

Zurück zur Projekt-Liste

Deimel Oelschläger Architekten
Haeckelstraße Straßenansicht
Diego Aracil
Haeckelstraße Gartenansicht
Diego Aracil
Haeckelstraße Innenansicht
Diego Aracil
Haeckelstraße Innenansicht
Diego Aracil
Haeckelstraße Wintergarten