Rot Buckow – Genossenschaftliches Holzbauquartier
| Projektbezeichnung: | Rot Buckow – Genossenschaftliches Holzbauquartier |
| Firma/ Institution: | DeO Deimel Oelschläger Architekten GmbH |
| Kategorie: | Kategorie A |
| Jahr: | 2026 |
| Bezirk: | Neukölln |
Im Rahmen des Vergabeverfahrens einer Berliner Wohnungsbaugesellschaft erhielt die junge Genossenschaft Rot Buckow eG 2020 den Zuschlag zur Mitgestaltung des neuen Quartiers Buckower Felder im Süden Berlins für zwei Baufelder. Sie überzeugte durch ein gutes, nachhaltiges Baukonzept in Verbindung mit sozialem Engagement.
Die Genossenschaft errichtet auf dem Baugrund 3 Gebäude mit 72 Wohnungen für eine inklusive und sozial gemischte Bewohnerschaft. Durch modulartige Holzhybridbauweise in Skelettkonstruktion sind die Gebäude offen, flexibel und anpassungsfähig. Dach-und Fassadenbegrünung und Photovoltaikanlagen verringern den CO2 Ausstoß. Die Wärmeversorgung erfolgt mit Hilfe eines Quartiersnahwärmenetz durch Abwasserrückgewinnungswärme. Damit ist das Projekt Vorreiter in Sachen ökologischer Nachhaltigkeit.
Jeder Baukörper bietet einen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoß als Gästewohnung, bzw. Repair-Cafe und Veranstaltungsraum an, zusätzlich entsteht je ein Waschraum und eine Gemeinschaftsterrasse pro Haus. Die drei Baukörper fassen einen gemeinschaftlich nutzbaren begrünten Hof. Im Sinne der Suffizienz wurden Gemeinschaftsflächen qualitativ hoch bewertet und die Privaträume reduziert.
Die Systembauweise mit Brettsperrholzdecken basiert auf zwei modulartig konzipierte Baukörper, die unterschiedlich miteinander kombiniert und mit einem Treppenhausmodul verbunden werden. Lediglich eine Teilunterkellerung, die Bodenplatte sowie das Treppenhaus wurden aus Beton errichtet. Die vorgefertigten Holztafelelemente mit Holzweichfaserplatten wurden mit Zellulose ausgeblasen und mit einem Fassadenputz versehen.
Der Ausbau in Leichtbauweise ermöglicht flexible Grundrissvarianten und unterschiedliche Wohnungsgrößen und Wohnforme, in Teilen als Clusterwohnungen. Die insgesamt 72 Wohnungen wurden im KFW 40 Standard gefördert, von denen 40 Wohnungen durch die Diakonie Johannisstift Proklusion von Menschen mit Behinderung im Rahmen der Eingliederungshilfe genutzt werden. Diese Wohnungen sind barrierefrei und davon 8 Wohneinheiten rollstuhlgerecht geplant.
Für das Projekt wurden zudem Förderungen genossenschaftlichen Wohnens und Fördermittel der IBB in Anspruch genommen. Es wurden im Projekt 30% mietpreisgebundene Wohnungen angeboten.
Die benötigte Energie der gesamten Quartiersentwicklung wird über ein Niedrigtemperaturnetz mit Wärmeerzeugung aus Wärmerückgewinnung des Abwasserkanals verteilt. Auf den Dächern wurden PV Anlagen zur Eigenstromnutzung erstellt. Die extensiven, in Teilbereichen intensiv begrünten Dächer, die Fassadenbegrünung und die Rigolen, halten das Regenwasser auf dem Gelände und sorgen für einen Kühleffekt im Sommer.
Die Warmmiete entspricht dem Neubaumietmarkt. Das Modellprojekt für nachhaltiges und inklusives genossenschaftliches Wohnen bietet aufgrund seiner Bauweise, der Einsparung von CO2, dem partizipatorischen Prozess, der zur Verfügung gestellten Gemeinschaftsräume, der Eigenstromnutzung und dem guten Dämmstandard eine deutliche Gewichtung in der Nachhaltigkeit.